Man kann ja nicht erwarten, dass sich alle Welt die LarpZeit kauft, nur um meine glänzende Kolumne zu lesen. Deswegen habe ich mir das Recht erstritten, diese auch hier im Feuerbachblog zu veröffentlichen. Mache ich allerdings immer erst nach dem Erscheinen der LZ, um wenigstens den Anschein von Fairness zu wahren...
Bitteschön:
Nach der Schlacht ist vor der Schlacht
Unheilsschwanger dräut der dunkel bewölkte Himmel über dem Schlachtfeld. In der Ferne rollt Donner, als bowlten die Götter auf Mutters Fischgrätparkett mit Trollschädeln. Waffengeklirr und Schmerzensschreie erfüllen die kalte Nachtluft, Heiler eilen blutbesudelt von Opfer zu Opfer und Priester der unmöglichsten Religionen erteilen den Verwundeten Beistand in diesen ihren schweren und vielleicht gar letzten Stunden.
Nach schier endlos erscheinendem Gemetzel ertönt das Siegesgebrüll der heldenhaften Kämpfer. Der Feind ist zurückgeschlagen, der Herr der Dämonen und seine finstere Heerschar besiegt, das Land wieder frei und alles wird gut! Gehen wir was trinken.
Seite an Seite sitzt man nun ums Lagerfeuer, die Flasche kreist in den Händen und das Gespräch um die Schlacht:
„Fürwahr, fürwahr Gefährten – krasse Action!“ lässt Begwun der Enthaupter fröhlich verlauten.
„Ja, die schwarzen Dinger mit den Flügeln dran,“ beginnt Ewald von Eisenarm, „die waren schon chic gemacht.“ Aber sagt mal, hat Euch der eine mit den zwei Schwertern auch dauern auf´n Kopf gehauen? Mir hat er mindestens zwei Kopftreffer auf den Helm verpasst!“
Wildes Durcheinandergerede erhebt sich an der Lagerstätte.
„Oh, der war doch so´n Obermotz von den Nachtmahren der Verzweiflung, oder so, ne? Ja, der hat´s mal überhaupt nicht drauf!“ stimmt ihm ein elbischer Kampfgefährte zu, während er sich seine Kippe anzündet. „Ich finde ja, die SL sollte Newbies vom Schlachtfeld fernhalten, wenn sie die nicht kontrollieren können. Ist doch saugefährlich so was!“
„Ey, und ich habe sooo einen blauen Fleck am Oberschenkel, das glaubt ihr gar nicht! Die ziehen voll durch, ganz egal, ob einer da Platte an hat, oder nicht. Find´ich echt scheiße, so was.“
Durch Nicken und Gemurmel drückt die Gruppe ihre geschlossene Zustimmung aus, während weitere Fauxpas der Gegner aufgezählt und neue Flaschen entkorkt werden.
Hätte man die Ohren einer Schleichkatze, könnte man in nicht all zu weiter Ferne, ein recht ähnliches Gespräch unter der Brut der Niederhöllen belauschen:
„Uhh – und der komische Paladin, dieser Eisenhand oder so, der hat doch echt einen an der Klatsche! Haut der mir doch voll in die Nieren. Aber als NSC biste für die ja nur Schlachtvieh. Ich seh aus...!“